Eine nicht verpasste Gelegenheit - Kulturufer in Friedrichshafen 2010

Geplant war das Ganze nicht. Schon fast in guter Tradition ist das Kirnitzschtalfest unser Abgesang im Sommer und so sollte es auch in diesem Jahr sein. Nach dem tff Rudolstadt erreichte uns dann aber ein sehr netter Vorschlag aus Friedrichshafen, das dortige Kulturufer nicht auszulassen und wir haben uns mit gemischten Gefühlen zu einer Sponti-Reise am letzten Juliwochenende an den Bodensee überreden lassen. Denn auch wenn wir auf dem Weg dorthin das Bardentreffen in Nürnberg mitnehmen wollten - rein pekuniär versprach unser Vorhaben keine Erfolgsgeschichte. Die Neugier auf beide Festivals siegte jedoch und so machten wir uns am Freitag auf den Weg gen Süden.

Das Bardentreffen in Nürnberg hat ja einen legendären Ruf, stand ohnehin auf unserer Liste und lag direkt am Wegesrand. Um es abzukürzen: wir wurden hoffnungslos enttäuscht. Nürnberg bietet Straßenmusikanten bestimmt wunderschöne Plätze - nur eben nicht beim Bardentreffen und schon gar nicht, wenn den örtlichen Behörden das Duisburg-Syndrom in den Amtsknochen steckt. Und so war das Bardentreffen für uns rein wirtschaftlich ein sinnvoller Zwischenstopp, aber eben auch nicht mehr.

 

Am darauffolgenden Morgen sind wir aus dem Fränkischen ins Schwabenland aufgebrochen und als wir gegen Mittag am Ufer des Bodensees standen, war uns sofort klar, dass sich die Reise gelohnt hat. Das lag zum einen natürlich an der traumhaften Kulisse, vor allem aber an der Tatsache, dass uns der Veranstalter und unsere Gastgeber sehr warmherzig aufnahmen. Nach unserem Nürnberger Erlebnis war es besonders wohltuend, dass Straßenmusikanten in Friedrichshafen nicht nur sehr willkommen, sondern ein wichtiger Programmteil sind. So lassen sich Spontaneität und Charme regelrecht planen. Hut ab!

Wir haben die beiden Tage sehr genossen: Musizieren am Seeufer bei schönstem Sommerwetter und in tollem Ambiente, ein sehr neugieriges und aufgeschlossenes Publikum, das mit uns selbst dann lachen konnte, wenn wir im tiefsten Schwaben unsere säggs´schen Liedlein gesungen haben. Und dass sich Konstantin Wecker mal unser Programm anhört, hätten wir auch nicht erwartet. Wenn man dann zwischen zwei Muggentagen morgens in den See springen kann ist das schon ein bisschen wie vorweg genommener Urlaub.

Fazit: Wir können euch dieses kleine, aber feine Festival nur wärmsten empfehlen. Und nochmals ein Dankeschön an die netten Menschen, die uns dahin gelockt haben...

 

P.S. Wir haben die Grafik der Kulturuferseite von Günter Mattei als Link genutzt und hoffen, dass er gegen solcherart Werbung keine Einwände hat.
zur Website Unfolkkommen