Auf der Saale-Weinmeile von Roßbach nach Bad Kösen - Juni 2014

Das Trauma vom letzten Jahr saß tief. Zwar hatten wir uns dieses Mal rechtzeitig eine der begehrten Unterkünfte im Saaletal gesichert, mussten jedoch drei Tage vor der Reise frustriert feststellen, dass sich unsere Betten wieder mal in Luft aufgelöst hatten. Das Positive: Im Gegensatz zum Vorjahr hatten wir noch drei Tage Luft, den Fünfer im Lotto mit Zusatzzahl zu ziehen. Und bei allem Pech haben wir eben doch auch immer wieder unverschämtes Schwein. Im Gästehaus der Caritas waren kurzfristig Gäste abgesprungen und hatten ein exaktes Ein- und Zweibettzimmer-Loch hinterlassen.

So konnten wir am Samstag Vormittag ganz entspannt in Bad Kösen mit unserem Bollerwagen losziehen. Per Shuttle-Bus ging's zunächst nach Roßbach, denn nach den Erfahrungen vom letzten Jahr und einem netten Insider-Hinweis wollten wir dem Partylärm und Rambazamba entfliehen, der des Abends in Roßbach unweigerlich droht. Nach einem guten Begrüßungsschluck sind wir schließlich losgetippelt.

Wenn man das Programm der Meile liest und sich dabei den Kartenmaßstab vor Augen hält wird schnell klar, dass es nur sehr wenige akustische Oasen gibt, die sich für unsere Zwecke eignen. Im Gegensatz zum letzten Jahr, wo der morgendliche Regen noch für gelassene Ruhe auf der Meile sorgte, zog das Wetter heuer schon sehr früh wahre Massen und damit auch allerorten kulturelle Bespaßung an. Ein Versuch, in der Böttcherei zu musizieren scheiterte, weil die Gastgeber dort eben mal RUHE bieten wollen. Auch ungeeignet für uns. Im kleinen Hof einer netten Winzerfamilie haben wir für Speis und Trank ordentlich gemuggt. Schatten war leider nicht zu haben und so war uns nach einer Stunde Arbeit zumute, als hätten wir einen ganzen Tag im Bergwerk malocht. Zugegeben: Der Wein hat dabei auch eine Nebenrolle gespielt. Bis zum Abend haben wir uns dann gemächlich in Richtung Bad Kösen bewegt, hier und da Lieder gegen Liter getauscht, nette Menschen kennen gelernt und am vorletzten Weinstand einen wohlverdienten Feierabendschluck genossen. Der Weg in unsere Betten war nicht weit und eigentlich wollten wir nur noch schlafen. Aber wie es manchmal so kommt: Die anderen Gäste des Hauses saßen im lauschigen Garten und sangen schöne Liedlein. Davon lassen wir uns ja immer gern locken. Es wurde dann doch noch ein sehr langer, aber sehr schöner Abend. Am Morgen sind wir nicht ganz ausgeschlafen, dafür aber sehr zufrieden in Richtung Waldenburg aufgebrochen, wo wir ab Zehn auf dem 20. Töpfermarkt musizieren wollten.

 

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