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Unfolkkommen

[18.05.2017]

Entlang der Saale-Weinmeile am Göttersitz - Mai 2017

Für uns stand fest, dass wir auch 2017 auf der Saale-Weinmeile musizieren. Das kleine verwaiste Weinberghaus am Göttersitz hatten wir vor zwei Jahren für uns entdeckt und sofort beschlossen, dass dieser schöne Ort unser festes Domizil auf der Weinmeile wird.

Als wir am Pfingstsonnabend mit unserem Bollerwagen nebst Sonnenblume KLARA da ankamen, setzte aber erst einmal Ernüchterung ein: aus dem offenen Fensterladen drangen Techno-Klänge! Drei junge Burschen aus der Gegend hatten sich in unserem (!!!) Weinberghaus einquartiert, um es sich an diesem Tag bei Grillerchen und diversen schlimmen Alkoholika gut gehen zu lassen.

Wir hatten also zunächst ein kleines logistisches Problem, fanden aber dann sehr schnell eine Lösung, mit der beide Seiten den Tag über gut klar kamen: Musik aus der Konserve ja, aber nur in unseren Pausen und kein Techno! Wir einigten uns auf auf AC/DC und auch das Publikum fand diese Mischung nach kurzer Irritation dann auch nicht so schlecht ...

Wir hatten einen tollen Tag an der Saale, ein wunderbares Publikum, haben vielen Freunde getroffen und so nebenbei unsere jungen Mitbewohner wahrscheinlich vor dem alkoholischen Absturz gerettet. Eine schöne WG! Machen wir im kommenden Jahr bestimmt wieder so.

Der am späten Nachmittag einsetzende Gewitterguss hätte normalerweise das Ende unserer Mugge bedeutet. Wir aber sind in das Weinberghaus zu unseren jungen Freunden gekrochen und haben - unser Publikum im Schlepptau - zwar sehr beengt, aber überaus gemütlich noch eine wunderschöne Hausmusik hingelegt.
 

Kontakt

In unserem kurzweiligen Workshop erzählen wir Euch davon. Wir haben acht Lieder aus unserer Region ausgewählt, die wir in den letzten Jahren ausgegraben, zufällig gefunden oder aus dem Publikum geschenkt bekommen haben. Zu all diesen Liedern gibt es eine Geschichte, alte Liederbücher, Grafiken, Fotos oder alte Liedpostkarten, die wir zum Anschauen und Anfassen dabeihaben. Im Mittelpunkt jedoch steht meist die uns von netten Menschen ins Handy gesungene Liedvariante, vielleicht noch etwas illustriert mit gefundenen Melodie-Vorlagen.

Mit diesem Werkzeugkasten erzählen wir Euch, warum und wie wir diese Lieder gesucht und gefunden haben, wie wir mit dem vorgefunden Material (mal mehr oder weniger behutsam) umgehen, warum es früher oftmals keine Refrains gab und wir den selber schreiben mussten oder dass es auch für uns Strophen und Textpassagen gibt, die im früheren Kontext zwar absolut verständlich waren, für uns heute aber nicht mehr singbar sind. 

Liedtexte nebst Quellen und Grafiken haben wir für jeden Teilnehmer als kleines analoges Heften dabei, so dass Ihr auch alle mitsingen können. Bei allem Spaß, den wir im Workshop haben werden: Wir sind uns sicher, dass Ihr mit der Erkenntnis nach Hause geht, dass Folkslieder in Mundart zu singen weder peinlich noch putzig ist, sondern ein wertvoller und erhaltenswerter Teil unserer regionalen Tradition und unseres kulturellen Erbes.

Unsere Quellen seht Ihr in der Bildergalerie.
© Unfolkkommen
Verstanden
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