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Unfolkkommen

[01.08.2010]

Eine nicht verpasste Gelegenheit...

Kulturufer in Friedrichshafen 2010 - Juli/August 2010

Geplant war das Ganze nicht. Schon fast in guter Tradition ist das Kirnitzschtalfest unser Abgesang im Sommer und so sollte es auch in diesem Jahr sein. Nach dem tff Rudolstadt erreichte uns dann aber ein sehr netter Vorschlag aus Friedrichshafen, das dortige Kulturufer nicht auszulassen und wir haben uns mit gemischten Gefühlen zu einer Sponti-Reise am letzten Juliwochenende an den Bodensee überreden lassen. Denn auch wenn wir auf dem Weg dorthin das Bardentreffen in Nürnberg mitnehmen wollten - rein pekuniär versprach unser Vorhaben keine Erfolgsgeschichte. Die Neugier auf beide Festivals siegte jedoch und so machten wir uns am Freitag auf den Weg gen Süden.

Das Bardentreffen in Nürnberg hat ja einen legendären Ruf, stand ohnehin auf unserer Liste und lag direkt am Wegesrand. Um es abzukürzen: wir wurden hoffnungslos enttäuscht. Nürnberg bietet Straßenmusikanten bestimmt wunderschöne Plätze - nur eben nicht beim Bardentreffen und schon gar nicht, wenn den örtlichen Behörden das Duisburg-Syndrom in den Amtsknochen steckt. Und so war das Bardentreffen für uns rein wirtschaftlich ein sinnvoller Zwischenstopp, aber eben auch nicht mehr.
 
Am darauffolgenden Morgen sind wir aus dem Fränkischen ins Schwabenland aufgebrochen und als wir gegen Mittag am Ufer des Bodensees standen, war uns sofort klar, dass sich die Reise gelohnt hat. Das lag zum einen natürlich an der traumhaften Kulisse, vor allem aber an der Tatsache, dass uns der Veranstalter und unsere Gastgeber sehr warmherzig aufnahmen. Nach unserem Nürnberger Erlebnis war es besonders wohltuend, dass Straßenmusikanten in Friedrichshafen nicht nur sehr willkommen, sondern ein wichtiger Programmteil sind. So lassen sich Spontaneität und Charme regelrecht planen. Hut ab!


Wir haben die beiden Tage sehr genossen: Musizieren am Seeufer bei schönstem Sommerwetter und in tollem Ambiente, ein sehr neugieriges und aufgeschlossenes Publikum, das mit uns selbst dann lachen konnte, wenn wir im tiefsten Schwaben unsere säggs´schen Liedlein gesungen haben. Und dass sich Konstantin Wecker mal unser Programm anhört, hätten wir auch nicht erwartet. Wenn man dann zwischen zwei Muggentagen morgens in den See springen kann ist das schon ein bisschen wie vorweg genommener Urlaub.

Fazit: Wir können euch dieses kleine, aber feine Festival nur wärmsten empfehlen. Und nochmals ein Dankeschön an die netten Menschen, die uns dahin gelockt haben...
 
P.S. Wir haben die Grafik der Kulturuferseite von Günter Mattei als Link genutzt und hoffen, dass er gegen solcherart Werbung keine Einwände hat.
 

Kontakt

In unserem kurzweiligen Workshop erzählen wir Euch davon. Wir haben acht Lieder aus unserer Region ausgewählt, die wir in den letzten Jahren ausgegraben, zufällig gefunden oder aus dem Publikum geschenkt bekommen haben. Zu all diesen Liedern gibt es eine Geschichte, alte Liederbücher, Grafiken, Fotos oder alte Liedpostkarten, die wir zum Anschauen und Anfassen dabeihaben. Im Mittelpunkt jedoch steht meist die uns von netten Menschen ins Handy gesungene Liedvariante, vielleicht noch etwas illustriert mit gefundenen Melodie-Vorlagen.

Mit diesem Werkzeugkasten erzählen wir Euch, warum und wie wir diese Lieder gesucht und gefunden haben, wie wir mit dem vorgefunden Material (mal mehr oder weniger behutsam) umgehen, warum es früher oftmals keine Refrains gab und wir den selber schreiben mussten oder dass es auch für uns Strophen und Textpassagen gibt, die im früheren Kontext zwar absolut verständlich waren, für uns heute aber nicht mehr singbar sind. 

Liedtexte nebst Quellen und Grafiken haben wir für jeden Teilnehmer als kleines analoges Heften dabei, so dass Ihr auch alle mitsingen könnt. Bei allem Spaß, den wir im Workshop haben werden: Wir sind uns sicher, dass Ihr mit der Erkenntnis nach Hause geht, dass Folkslieder in Mundart zu singen weder peinlich noch putzig ist, sondern ein wertvoller und erhaltenswerter Teil unserer regionalen Tradition und unseres kulturellen Erbes.

Unsere Quellen seht Ihr in der Bildergalerie.
© Unfolkkommen
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