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Unfolkkommen

[24.07.2018]

rudolstadt-Festival - Juli 2018

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...ungefähr so sieht es in unserem Kopf aus, wenn wir nach drei Tagen Straßenmusik und tollen Festivaleindrücken wieder zu Hause angekommen sind und wir brauchen immer ein paar Tage, um wieder in den Alltag zu finden und die Synapsen zu entfitzen.

Freitagmittag hatten wir uns mit Frank Deutscher und Jens Sachse am Lieblingsbrunnen verabredet, um unser Programm "ELBEREISE - Säggs'sche Folkslieder" samt Gastmusikanten zu präsentieren, zumal ausfallbedingt im letzten Jahr in Rudolstadt die Quetschkommode von Frank fehlte und wir einen Nachschlag schuldig waren. Also: Kurz warm gespielt und schon ging die Post ab. Schön für uns und fürs Publikum, aber sehr zum Leidwesen des Organisationsteams, das Straßenverstopfung, Chaos und Entfluchtungs-Katastrophen oder noch Schlimmeres witterte. Und zum ersten mal in diesen vielen Jahren tff  wurden wir von der Festivalleitung direkt angesprochen und freundlich-formal des Platzes verwiesen. Für uns völlig ohne Not, denn wir haben in den letzten Jahren immer dafür gesorgt, dass Bierlieferanten und andere Rettungswagen reibungslose Durchfahrt hatten. Diese "Begrüßung" hing uns am Freitag dann irgendwie permanent im Nacken und hat uns doch so ein Kleinbisschen die Laune vermiest.

Aber nur ein bisschen: Am Abend haben wir kurzerhand entschieden, uns nicht vertreiben zu lassen und sind am Sonnabend früh mutig mit unserem Bollerwagen losgezogen.

Leider aber etwas zu spät. Die lieben Dresdner Kollegen von buckijit hatten das jährliche Wettrennen um den Brunnenplatz zu ersten Mal gewonnen. Nicht zu fassen: Wir waren ohne Bühne! Ratlosigkeit...

 
Nett, wie die Dresdner bekanntermaßen sind, hat buckijit dann aber gegen Eins das Feld geräumt und wir hatten unseren Brunnen wieder. Pünktlich mit dem ersten Publikumsandrang stellte sich dann aber wieder die Security bei uns ein, um die Ermahnung vom Vortag zu wiederholen. Jedoch, wir waren ja vorbereitet: pfiffig haben wir sofort mit unserem Publikum eine (vorher gnadenlos geprobte) Evakuierungs-Übung präsentiert, die dann so überzeugend war, dass der hoheitliche Daumen nach oben ging. Von da an hatten wir Ruhe vor dem Organisations- und Amtsschimmel. Nicht nur das: Die Bierlieferanten haben sich bei jeder Durchfahrt mit Deputatbierchen bei uns bedankt. Was für eine schöne bier-friedliche Koexistenz!
Solchermaßen unbeschwert haben wir schließlich am Sonnabend und Sonntag wunderschöne Konzerte mit tollem Publikum am Brunnen erlebt, Freunde, Musikantenkollegen und langjährig treue Begleiter getroffen und viele, viele neue interessante Begegnungen gehabt.

Mit von der Partie diesmal: der Dresdner Stadtschnepp. Den Burschen haben wir als Anhalter in Höhe Bahnhof Dresden-Neustadt aufgegabelt und er hat scheinheilig und nett angefragt, ob er mit nach Rudolstadt fahren darf, sich dann aber an uns rangehängt und - zunächst ganz harmlos als Zuhörer -  schließlich hinterlistig ins Programm eingefädelt und uns beim Publikum die Schau gestohlen.

Na ja, aber irgendwie ist der Typ doch ganz nett und vielleicht machen wir ja demnächst sogar mal was gemeinsam...
 

 Bilder-Galerie

 

Kontakt

In unserem kurzweiligen Workshop erzählen wir Euch davon. Wir haben acht Lieder aus unserer Region ausgewählt, die wir in den letzten Jahren ausgegraben, zufällig gefunden oder aus dem Publikum geschenkt bekommen haben. Zu all diesen Liedern gibt es eine Geschichte, alte Liederbücher, Grafiken, Fotos oder alte Liedpostkarten, die wir zum Anschauen und Anfassen dabeihaben. Im Mittelpunkt jedoch steht meist die uns von netten Menschen ins Handy gesungene Liedvariante, vielleicht noch etwas illustriert mit gefundenen Melodie-Vorlagen.

Mit diesem Werkzeugkasten erzählen wir Euch, warum und wie wir diese Lieder gesucht und gefunden haben, wie wir mit dem vorgefunden Material (mal mehr oder weniger behutsam) umgehen, warum es früher oftmals keine Refrains gab und wir den selber schreiben mussten oder dass es auch für uns Strophen und Textpassagen gibt, die im früheren Kontext zwar absolut verständlich waren, für uns heute aber nicht mehr singbar sind. 

Liedtexte nebst Quellen und Grafiken haben wir für jeden Teilnehmer als kleines analoges Heften dabei, so dass Ihr auch alle mitsingen könnt. Bei allem Spaß, den wir im Workshop haben werden: Wir sind uns sicher, dass Ihr mit der Erkenntnis nach Hause geht, dass Folkslieder in Mundart zu singen weder peinlich noch putzig ist, sondern ein wertvoller und erhaltenswerter Teil unserer regionalen Tradition und unseres kulturellen Erbes.

Unsere Quellen seht Ihr in der Bildergalerie.
© Unfolkkommen
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