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Unfolkkommen

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Wenn friehzeitsch …

Wenn friehzeitsch am Himmel ohm de kleene Sterneln stehn.

Ach das is scheen, ach das is scheen.

Sieht mr offn Bahnhof schon viel Wanderschleute gehen.

Ach das is scheen, ach das is scheen.

Un se werschen in de vierte Waachenklasse nei,
weil da drinne schon de andern Klubgenossen sein.
Aber wenns voll Menschen is und drinne gliehend heeß.

Ach das is bees, das is bees!

Wenn de Zeit dann um is bleibt der Zuch nisch länger stehn.

Ach das is scheen, ach das is scheen.

Fährt nach Perne noff, da sieht mr schon de säggs`schen Höhn. 

Ach das is scheen, ach das is scheen.

Aber wenn im Waachen vierzehn Tabakspfeifen brenn` 
und de Berscheln johlen, bis se selber nisch mer könn.
Un es leeft en ibern Buckel kalt und eenmal heeß.

Ach das is bees, das is bees!

Tut mr dann in Rathen durch´n Amselgrunde gehn.
Ach das is scheen, ach das is scheen.
Links und rechts da grießen een de Felsen groß und kleen.

Ach das is scheen, ach das is scheen.

Aber wenn off jeden Giebel eene Fahne hängt,
und de Kraxler johl´n , dass de Kehle sich verrenkt.
Daß mr vor lauter Brillerei keen stilles Fleckschen weeß.

Ach das is bees, das is bees!

Kommt mr bei Geleeschenheet mal off´n Bärensteen.

Ach das is scheen, ach das is scheen.

Bleibt mr sitzen, singt und trinkt, und will nisch heeme gehen.

Ach das is scheen, ach das is scheen.

Runnerzu da rennt mr, dass mr schwitzt das reene Blut
und mr kommt nach Pötsche, ohne Luft un ohne Hut.
Un der letzte Zuch is weg, mr steht vorm leeren Glees.

Ach das is bees, das is bees!

Kommt mr dann darheeme an, mr kann ins Bette gehn,

Ach das is scheen, ach das is scheen.

Wenn de Latschen hibbsch parade glei neem Bette stehn.

Ach das is scheen, ach das is scheen.

Aber wenn mr dann vielleicht e bissel viel getrunken hat,
un es dreht een ´n Machen um, mr wird so krank und matt.
Un das Frauchen schimpft un wird zuletzt noch schikanös.

Ach das is bees, das is bees!
 
Quelle: Ein Wanderlied aus der Dresdner Gegend. Verfasst wurde der Text 1911 von Fred Gottschald, einem Dresdner Bergsteiger, der mit seinen Kameraden vom „TC Berglust 1906“ Stammgast in der Schankwirtschaft auf dem Bärenstein war. Die Melodie hat er sich bei dem Volkslied „Sag mir das Wort" geborgt, das wiederum auf eine irische Weise von 1830 („Long, long ago“) zurückgeht.
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