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Unfolkkommen

[01.05.2019]

völlig verrückt: Straßenmusik in der Dresdner Innenstadt

Wer uns kennt weiß, dass wir eigentlich die Dresdner Innenstadt meiden. Der Grund liegt zunächst nicht auf der Hand: Dresden wimmelt nur so von Straßenmusikanten. Sosehr, dass die Stadtverwaltung sogar ein „Straßenmusikgesetz“ erfinden musste…

Genau das haben wir heuer mal ausprobieren wollen. Der Erste Mai erschien uns angemessen und so haben wir uns (ganz gegen unsere Prinzipien) ausnahmsweise dem behördlichen Regularium unterworfen: Anmeldung via App (eine eigentlich ganz gute Idee) auf vorbestimmten Plätzen (das ist noch nachvollziehbar) in bestimmten Zeitfenstern (da fängt das Problem schon an) und nur für 30 Minuten. Und da hört der Spaß dann auf.

Dieser behördliche Ansatz impliziert den Grundsatz der musikalischen Bettelei. Kein ernsthafter Musikant – nicht zu reden von respektablen Musikern – passt in dieses Zeitfenster.

Das sorgt dann leider auch dafür, dass die Zuhörer eher vorbeilaufen, als zuzuhören. Ein musikalisches Programm fürs Publikum und Bettelei gehen halt nicht so gut zusammen. Am liebsten hätten wir so manche Münze aus dem Hut genommen und den arroganten Arschgeigen hinterher geworfen, die den Unterschied zwischen Musik und bettelnder Armut nicht erkennen können. Und das ist überhaupt nicht überheblich gemeint: Zum einen löst man soziale Probleme nicht über regulierte Straßenmusik. Andererseits ist jeder Alibi-Euro von Hugo-Boss-tragenden Touristen gleich in welchen Hut ein Hohn für unsere reiche Gesellschaft.

Unser Fazit: In der Dresdner Innenstadt macht uns Straßenmusik keinen Spaß, egal für welches Geld. Den letzten Versuch unserer Heimatstadt trotzdem treu zu bleiben, starten wir an den Elbwiesen, vielleicht am Fährgarten oder so. Wenn das nicht geht wandern wir musikalisch endgültig aus.
 

Kontakt

In unserem kurzweiligen Workshop erzählen wir Euch davon. Wir haben acht Lieder aus unserer Region ausgewählt, die wir in den letzten Jahren ausgegraben, zufällig gefunden oder aus dem Publikum geschenkt bekommen haben. Zu all diesen Liedern gibt es eine Geschichte, alte Liederbücher, Grafiken, Fotos oder alte Liedpostkarten, die wir zum Anschauen und Anfassen dabeihaben. Im Mittelpunkt jedoch steht meist die uns von netten Menschen ins Handy gesungene Liedvariante, vielleicht noch etwas illustriert mit gefundenen Melodie-Vorlagen.

Mit diesem Werkzeugkasten erzählen wir Euch, warum und wie wir diese Lieder gesucht und gefunden haben, wie wir mit dem vorgefunden Material (mal mehr oder weniger behutsam) umgehen, warum es früher oftmals keine Refrains gab und wir den selber schreiben mussten oder dass es auch für uns Strophen und Textpassagen gibt, die im früheren Kontext zwar absolut verständlich waren, für uns heute aber nicht mehr singbar sind. 

Liedtexte nebst Quellen und Grafiken haben wir für jeden Teilnehmer als kleines analoges Heften dabei, so dass Ihr auch alle mitsingen könnt. Bei allem Spaß, den wir im Workshop haben werden: Wir sind uns sicher, dass Ihr mit der Erkenntnis nach Hause geht, dass Folkslieder in Mundart zu singen weder peinlich noch putzig ist, sondern ein wertvoller und erhaltenswerter Teil unserer regionalen Tradition und unseres kulturellen Erbes.

Unsere Quellen seht Ihr in der Bildergalerie.
© Unfolkkommen
Verstanden
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