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Unfolkkommen

Säggs'sche Liedtexte

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Mei Mann hat Nachtschicht

Mei Mann hat Nachtschicht, da kannste komm.
Wenn vorne zu is, kumm hinten rum.
Dor Hund is angeleint, der beißt Dich nicht,
bass off dor Dreppe off, da brennt kee Licht.

Und wenn de oom bist, kumm leise rein,
sonst weckt de Kleene off, fängt an ze schrei'n.
Hier is gemietlich, bei mir is scheen,
nur frieh um sechse musste heeme gehen.

Und wenn de heem gehst, sei doch so nett,
und lech fünf Mark off's Fensterbrett.
Nich für de Liebe, das tut nich not, 
nur für de Seele und für's Abendbrot.

Hatt's dir gefall'n, da kannst'e wiederkomm,
de scheenste Zeit is um sechse rum.
Mei Mann is bleede, der merkt das nich,
und über kleene Kinder, ja freut der sich.
 
 
Quelle: Die eigentliche Herkunft dieses Liedes ist uns nicht bekannt. Wir hörten es von einem hiesigen Leierkastenmann in der sächsischen Variante und fanden, dass die Story durchaus im Dresdner Elbtal passiert sein könnte.
 

Kontakt

In unserem kurzweiligen Workshop erzählen wir Euch davon. Wir haben acht Lieder aus unserer Region ausgewählt, die wir in den letzten Jahren ausgegraben, zufällig gefunden oder aus dem Publikum geschenkt bekommen haben. Zu all diesen Liedern gibt es eine Geschichte, alte Liederbücher, Grafiken, Fotos oder alte Liedpostkarten, die wir zum Anschauen und Anfassen dabeihaben. Im Mittelpunkt jedoch steht meist die uns von netten Menschen ins Handy gesungene Liedvariante, vielleicht noch etwas illustriert mit gefundenen Melodie-Vorlagen.

Mit diesem Werkzeugkasten erzählen wir Euch, warum und wie wir diese Lieder gesucht und gefunden haben, wie wir mit dem vorgefunden Material (mal mehr oder weniger behutsam) umgehen, warum es früher oftmals keine Refrains gab und wir den selber schreiben mussten oder dass es auch für uns Strophen und Textpassagen gibt, die im früheren Kontext zwar absolut verständlich waren, für uns heute aber nicht mehr singbar sind. 

Liedtexte nebst Quellen und Grafiken haben wir für jeden Teilnehmer als kleines analoges Heften dabei, so dass Ihr auch alle mitsingen können. Bei allem Spaß, den wir im Workshop haben werden: Wir sind uns sicher, dass Ihr mit der Erkenntnis nach Hause geht, dass Folkslieder in Mundart zu singen weder peinlich noch putzig ist, sondern ein wertvoller und erhaltenswerter Teil unserer regionalen Tradition und unseres kulturellen Erbes.

Unsere Quellen seht Ihr in der Bildergalerie.
© Unfolkkommen
Verstanden
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