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Unfolkkommen

Säggs'sche Liedtexte

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E Abendeuer im Eisenbahncubbé

Sie kam mir vor wie eene Fee, wohl aus dem Reich der Sterne,
mir fuhr'n im Eisenbahncoupé von Dresden bis nach Bärne.
Ich sah sie an, sie sah mich an, es war doch gar zu scheene.
Mir sahn uns alle beede an, mir saßen ganz alleene.
 
Und Berg und Tal und Feld und Wald, flog'n nur so vorüber,
und wie ne holde Traumgestalt, saß se mir gegenüber.
Ich sachte nischt, sie sachte nischt, es war doch gar zu scheene.
Mir sachten alle beede nischt, und saßen ganz alleene.
 
In Bärne stieg sie plötzlich aus, lies mich zurück im Wagen,
wahrscheinlich war se hier ze Haus, ich wollte grad was sagen!
Da pfiff’s, der Zug fuhr wieder los, das war ganz scheen gemeene!
Ich blieb zurück und dachte bloß: Nu bin‘sch wieder alleene.
 
Quelle: Gefunden haben wir das Lied in einem Liederbuch von 1915. Text und Melodie wurden von Carl-Hugo Eisenach (1886 – 1935) notiert, einem fleißigen Sammler folksnaher Lieder und übrigens auch großen Freund der Thüringer Waldzither. 
 

Kontakt

In unserem kurzweiligen Workshop erzählen wir Euch davon. Wir haben acht Lieder aus unserer Region ausgewählt, die wir in den letzten Jahren ausgegraben, zufällig gefunden oder aus dem Publikum geschenkt bekommen haben. Zu all diesen Liedern gibt es eine Geschichte, alte Liederbücher, Grafiken, Fotos oder alte Liedpostkarten, die wir zum Anschauen und Anfassen dabeihaben. Im Mittelpunkt jedoch steht meist die uns von netten Menschen ins Handy gesungene Liedvariante, vielleicht noch etwas illustriert mit gefundenen Melodie-Vorlagen.

Mit diesem Werkzeugkasten erzählen wir Euch, warum und wie wir diese Lieder gesucht und gefunden haben, wie wir mit dem vorgefunden Material (mal mehr oder weniger behutsam) umgehen, warum es früher oftmals keine Refrains gab und wir den selber schreiben mussten oder dass es auch für uns Strophen und Textpassagen gibt, die im früheren Kontext zwar absolut verständlich waren, für uns heute aber nicht mehr singbar sind. 

Liedtexte nebst Quellen und Grafiken haben wir für jeden Teilnehmer als kleines analoges Heften dabei, so dass Ihr auch alle mitsingen können. Bei allem Spaß, den wir im Workshop haben werden: Wir sind uns sicher, dass Ihr mit der Erkenntnis nach Hause geht, dass Folkslieder in Mundart zu singen weder peinlich noch putzig ist, sondern ein wertvoller und erhaltenswerter Teil unserer regionalen Tradition und unseres kulturellen Erbes.

Unsere Quellen seht Ihr in der Bildergalerie.
© Unfolkkommen
Verstanden
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