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Unfolkkommen

Säggs'sche Liedtexte

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Unser guter Bliemchenkaffee

Immer singt mor ganz allgemein,
stets e Loblied dem deutschen Wein,
doch mir ham, ich denke, edlere Getränke.

Bayern rühmt stets sei echtes Bier,
als das richtige Elixier,
in Berlin gibt‘s Weise und
Gose an der Pleise.

Doch noch was rings im Land, ist jedermann bekannt:

Unser guter Bliemchenkaffee,
Bliemchenkaffee, Bliemchenkaffee,
der verscheucht uns Sorschen und Weh,
Sorschen und Weh, ei herrjeh

Sind sich Frauen recht hold gesinnt,
finden se sich zusamm‘ geschwind
und es geh‘n zum Kränzchen,
Hildchen, Tildchen, Fränzchen.

Friedlich dort off ‘m Kanapee,
klaachen se sich ihr Leid und Weh,
sprechen meist vom Manne und
schielen nach der Kanne.

Drum Schwestern schenket ein, scheen sieße muss‘r sein

Unser guter Bliemchenkaffee,
Bliemchenkaffee, Bliemchenkaffee,
der verscheucht uns Sorschen und Weh,
Sorschen und Weh, ei herrjeh

An enne Kanne für fuffz‘n Personen,
gehör‘n auch dran fuffz‘n Bohnen.

Darum ist dr Bliemchenkaffee,
Bliemchenkaffee auf der Höh‘.
 

Hat mal eener zuviel genippt,
Bier und Konjäckers  ́neingekippt,
klachen Sohn und Vater, über‘n Riesenkater.

Hast ‘de Stechen im Kopp und Herz,
Katzenjammer und Maachenschmerz,
Daddrich und enn Schlugg‘n
und sonst noch andr‘e Muck‘n

Dann nimm kee Aspirin, ich wees ne Medizin

Unser guter Bliemchenkaffee,
Bliemchenkaffee, Bliemchenkaffee,
der verscheucht uns Sorschen und Weh,
Sorschen und Weh, ei herrjeh

An enne Kanne für fuffz‘n Personen,
gehör‘n auch dran fuffz‘n Bohnen.

Darum ist dr Bliemchenkaffee,
Bliemchenkaffee auf der Höh‘.
 
Quelle:
Text/Melodie: Arthur Preil
Gefunden auf einem alten Notenblatt
 

Kontakt

In unserem kurzweiligen Workshop erzählen wir Euch davon. Wir haben acht Lieder aus unserer Region ausgewählt, die wir in den letzten Jahren ausgegraben, zufällig gefunden oder aus dem Publikum geschenkt bekommen haben. Zu all diesen Liedern gibt es eine Geschichte, alte Liederbücher, Grafiken, Fotos oder alte Liedpostkarten, die wir zum Anschauen und Anfassen dabeihaben. Im Mittelpunkt jedoch steht meist die uns von netten Menschen ins Handy gesungene Liedvariante, vielleicht noch etwas illustriert mit gefundenen Melodie-Vorlagen.

Mit diesem Werkzeugkasten erzählen wir Euch, warum und wie wir diese Lieder gesucht und gefunden haben, wie wir mit dem vorgefunden Material (mal mehr oder weniger behutsam) umgehen, warum es früher oftmals keine Refrains gab und wir den selber schreiben mussten oder dass es auch für uns Strophen und Textpassagen gibt, die im früheren Kontext zwar absolut verständlich waren, für uns heute aber nicht mehr singbar sind. 

Liedtexte nebst Quellen und Grafiken haben wir für jeden Teilnehmer als kleines analoges Heften dabei, so dass Ihr auch alle mitsingen könnt. Bei allem Spaß, den wir im Workshop haben werden: Wir sind uns sicher, dass Ihr mit der Erkenntnis nach Hause geht, dass Folkslieder in Mundart zu singen weder peinlich noch putzig ist, sondern ein wertvoller und erhaltenswerter Teil unserer regionalen Tradition und unseres kulturellen Erbes.

Unsere Quellen seht Ihr in der Bildergalerie.
© Unfolkkommen
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