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Unfolkkommen

Säggs'sche Liedtexte

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De Dicke von Zwicke

Un de Dicke vun Zwicke soll iech heiraten fei,
doch iech wär miech sche hütn, na das fällt mor net ei.
Tut mr Sunntigs mit´r tanz´n wird gelacht mr när aus,
wenn die mit ihr´n grussen Latschen aus´n Takt kimmt stets naus.

Nam ner du se, nam ner du se, iech mog se fei net,
Nam ner du se, nam ner du se, mir is se ze fett.


Un mit Käs tät se hanneln und mit Bickling nambei,
ka sich noch ze sehr wasch´n, d´r Geruch bleibt d´r trei.
Egal will se när schmatz´n, hat kaan Zah meh im Maul,
hot Händ´ wie Bärntatz´n, Knochen wie e alter Gaul.

Nam ner du se, nam ner du se, iech mog se fei net,
Nam ner du se, nam ner du se, mir is se ze fett.


Hot a korz Bah und a lang Bah unn en Buckel d´rzu,
tut mit an Aag schieckeln, hot a Tallie wie a Kuh.
Porzio'n Sauerbrot´n, funfe, sechse wörscht´s nei,
hinterhar Kuhng un Kaffee und an Schnapps hinnerdrei.

Nam ner du se, nam ner du se, iech mog se fei net,
Nam ner du se, nam ner du se, mir is se ze fett.


Ka an scheen Stiefel sauf´n, iech sell zohl´n när de Zech,
No iech lass´se lieber laaf´n, dös bucklige Blech.

Nam ner du se, nam ner du se, iech mog se fei net,
Nam ner du se, nam ner du se, mir is se ze fett.
 
Quelle: Es gibt durchaus Folkslieder, die polarisieren und die man nicht bei jeder Gelegenheit singen kann. Dazu gehört bestimmt auch dieses Lied aus der Feder von Hilmar Mückenberger (1855 – 1937), dem Gastwirt des Plauener „Bürgergartens“. Gefunden haben wir es auf einer alten Liedpostkarte.
 

Kontakt

In unserem kurzweiligen Workshop erzählen wir Euch davon. Wir haben acht Lieder aus unserer Region ausgewählt, die wir in den letzten Jahren ausgegraben, zufällig gefunden oder aus dem Publikum geschenkt bekommen haben. Zu all diesen Liedern gibt es eine Geschichte, alte Liederbücher, Grafiken, Fotos oder alte Liedpostkarten, die wir zum Anschauen und Anfassen dabeihaben. Im Mittelpunkt jedoch steht meist die uns von netten Menschen ins Handy gesungene Liedvariante, vielleicht noch etwas illustriert mit gefundenen Melodie-Vorlagen.

Mit diesem Werkzeugkasten erzählen wir Euch, warum und wie wir diese Lieder gesucht und gefunden haben, wie wir mit dem vorgefunden Material (mal mehr oder weniger behutsam) umgehen, warum es früher oftmals keine Refrains gab und wir den selber schreiben mussten oder dass es auch für uns Strophen und Textpassagen gibt, die im früheren Kontext zwar absolut verständlich waren, für uns heute aber nicht mehr singbar sind. 

Liedtexte nebst Quellen und Grafiken haben wir für jeden Teilnehmer als kleines analoges Heften dabei, so dass Ihr auch alle mitsingen können. Bei allem Spaß, den wir im Workshop haben werden: Wir sind uns sicher, dass Ihr mit der Erkenntnis nach Hause geht, dass Folkslieder in Mundart zu singen weder peinlich noch putzig ist, sondern ein wertvoller und erhaltenswerter Teil unserer regionalen Tradition und unseres kulturellen Erbes.

Unsere Quellen seht Ihr in der Bildergalerie.
© Unfolkkommen
Verstanden
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