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Unfolkkommen

Säggs'sche Liedtexte

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Auf der Festung Königstein

Auf der Festung Königstein, juppheidi, juppheida,
müssen ja auch Leute sein, juppheidiheida,
Die tun ganz verrickte Sachen,
da muss de ganze Festung lachen.
 
Juppheidi, juppheida, juppheidi tirallala
Juppheidi, juppheida, juppheidiheida

Auf der Festung Königstein, juppheidi, juppheida,
muss doch ooch e Bäcker sein, juppheidiheida,
Der Bäcker schlägt die Fliechen dod und macht daraus Rosinenbrot!
 
Auf der Festung Königstein, juppheidi, juppheida,
muss doch ooch e Schneider sein, juppheidiheida,
Der Schneider stellt sich bleede an und näht statt Knebben Fuffz'scher dran!
 
Auf der Festung Königstein, juppheidi, juppheida,
muss doch ooch e Schuster sein, juppheidiheida,
Der Schuster ist ein lust'ger Mann, der näht die Hacken vorne dran!
 
Auf der Festung Königstein, juppheidi, juppheida,
muss doch auch ein Tischler sein, juppheidiheida,
Hier e Brett'l, dort e Brett'l, fertig ist der Abortdeckel!
 
Auf der Festung Königstein muss doch auch ein Maler sein.
Der Malersmann und seine Frau verdreschen sich oft grün und blau!
 
Auf der Festung Königstein, juppheidi, juppheida,
muss doch ooch e Fleischer sein, juppheidiheida,
Der Fleischer ist e dummer Kerl, der sticht die Schweine mit dem Quirl!
 
Auf der Festung Königstein, juppheidi, juppheida,
muss doch ooch e Gastwirt sein, juppheidiheida,
Der ist ein kreuzfideles Haus, doch wer nicht zahlt, den schmeißt er raus!
 
Auf der Festung Königstein, juppheidi, juppheida,
muss doch ooch e Kellner sein, juppheidiheida,
Der Kellner, der läuft immer Trab und leckt dabei die Teller ab!

Auf der Festung Königstein, juppheidi, juppheida,
muss doch ooch e Kantor sein, juppheidiheida,
Am Sonntag isser Organist, doch in der Woche fährt er Mist!
 

Auf der Festung Königstein, juppheidi, juppheida,
muss doch ooch e Sänger sein, juppheidiheida,
Der Sänger singt aus voller Kehle, da kippeln auf dor Elb' de Kähne!  

Auf der Festung Königstein, juppheidi, juppheida,
muss doch ooch e Doktor sein, juppheidiheida,
Der Doktor schreibt Rezepte aus, dran stirbt de ganze Festung aus!
 
Quelle: Ein „Studiosus auf der Reis“, so hieß das Lied früher einmal. Die Umdichtung von Fred Fert aus dem vorletzten Jahrhundert haben wir in einem alten Liederheft gefunden. Seitdem wurden viele Strophen um- oder hinzugedichtet. Ganz eindeutig also ein Gassenhauer! Wir haben uns bewusst auf die Urfassung begrenzt.
 
 

Kontakt

In unserem kurzweiligen Workshop erzählen wir Euch davon. Wir haben acht Lieder aus unserer Region ausgewählt, die wir in den letzten Jahren ausgegraben, zufällig gefunden oder aus dem Publikum geschenkt bekommen haben. Zu all diesen Liedern gibt es eine Geschichte, alte Liederbücher, Grafiken, Fotos oder alte Liedpostkarten, die wir zum Anschauen und Anfassen dabeihaben. Im Mittelpunkt jedoch steht meist die uns von netten Menschen ins Handy gesungene Liedvariante, vielleicht noch etwas illustriert mit gefundenen Melodie-Vorlagen.

Mit diesem Werkzeugkasten erzählen wir Euch, warum und wie wir diese Lieder gesucht und gefunden haben, wie wir mit dem vorgefunden Material (mal mehr oder weniger behutsam) umgehen, warum es früher oftmals keine Refrains gab und wir den selber schreiben mussten oder dass es auch für uns Strophen und Textpassagen gibt, die im früheren Kontext zwar absolut verständlich waren, für uns heute aber nicht mehr singbar sind. 

Liedtexte nebst Quellen und Grafiken haben wir für jeden Teilnehmer als kleines analoges Heften dabei, so dass Ihr auch alle mitsingen können. Bei allem Spaß, den wir im Workshop haben werden: Wir sind uns sicher, dass Ihr mit der Erkenntnis nach Hause geht, dass Folkslieder in Mundart zu singen weder peinlich noch putzig ist, sondern ein wertvoller und erhaltenswerter Teil unserer regionalen Tradition und unseres kulturellen Erbes.

Unsere Quellen seht Ihr in der Bildergalerie.
© Unfolkkommen
Verstanden
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