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Unfolkkommen

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Ballade eener Säggs‘schen Räuberbraut


E Räuber, is mei Schatz, der Peter,
eenen Scheen'ren sah ich nie.
Seinen Hut schmückt eene Feder
von enn bunten Giggerigi.

An sei‘m Deeschen hängt e Döbb'schn,
das er stahl, ich weeß ni wo,
unn zwee Reihen goldner Gnebb'schn
zieren seinen Balledoo.

Wenn er Morschens aus der Ferne,
naht mit leisem Diebesschritt,
bringt er aus‘m Wald bei Berne
de geraubten Sachen mit:

Seefe, Wäsche, Kleeder, Hosen,
woll‘ne Schrimpfe, Schweizerkäs',
gold’ne Uhren un gold’ne Dosen
un gefüllde Bordmonnähs.

Kuchen, Zuckerwerk zum Naschen,
schleppt ’r in de Höhle nein,
oft sogar e Dutzend Flaschen
von dem guten Meißner Wein.

Was de liebe, treue Seele
hat geraubt in stiller Nacht,
wird in unsrer Reiberhöhle
dann bei Tage durchgebracht.
Nobel sin der Reiber Sitten,
leben stets in Saus un Braus,
Drum - als Bräutchen des Banditen
- rufe ich begeistert aus:

E Räuber, is mei Schatz, dor Peter,
eenen Scheenren sah ich nie.
Seinen Hut schmückt eene Feder
von enn bunten Gigerigi.
 
Quelle: Karl von der Planitz (1845 – 1899), ein un(wohl)geratener Sprössling alter sächsischer Militaristen, hat unter dem Pseudonym Mikado diese Ballade in „Des sächsischen Knaben Wunderhorn“ 1888 in Dresden veröffentlicht. Räuber gab es hierzulande ja zu Hauf, so einen liebenswerten wie den Räuberpeter aber bestimmt nicht so oft. Die Melodie stammt aus unserer Feder.
© Unfolkkommen
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